Ewiges Mädchen

So langsam oder eigentlich eher schnell gehe ich hart auf die 40 Jahre zu. Natürlich werde ich mir in 20 Jahren denken, dass 40 wirklich noch jung ist, aber zur Zeit gerate ich ob dieser Zahl schon ins Nachdenken. Ich finde Frauen so von ca. Mitte 20 bis Mitte 30 sehen immer jung aus, es ist möglich noch überall mitzumischen, schließlich ist man alt genug um ernst genommen zu werden, aber wenn man gerade eher Bock auf Party hat, geht man auch da locker noch mit durch.

Doch jetzt – Blick in den Spiegel – geht man halt nicht mehr für Ende 20 durch. Die ersten Falten haben sich in die Stirn gegraben und man merkt, dass die jüngere Generation halt doch irgendwie ein bisschen anders ist. Sie hören andere Musik, machen andere Sachen, interessieren sich für anderes Zeug, sie sprechen anders und sie arbeiten sogar anders. Wenn ich mich mit meinen Arbeitskollegen vergleiche, so sind die zwischen 15 – 18 Jahre jünger als ich. Meine Eltern sind 21 Jahre älter als ich. Im Grunde liegt da eine Generation dazwischen.

Natürlich – jeder ist so alt wie er sich fühlt und ich fühle mich auch nicht im eigentlichen Sinne alt, aber man merkt halt auch, dass man bei der Jungend nicht mehr so ganz dazu gehört.

Gleichzeitig fühle ich mich aber auch noch meilenweit entfernt von den “Älteren”. Im Zweifel verbringe ich lieber einen Abend mit 25-jährigen als mit 50-jährigen, wenn auch der Abstand etwa gleich ist. Und natürlich ist das immer von der jeweiligen Person ab, aber tendenziell fühle ich mich eher mit jüngeren wohler, merke aber, dass die mich teilweise uralt finden (die berühmte Arroganz der Jugend, ich war ja früher auch nicht anders). Manchmal fühle ich mich gerade ein wenig wie in der Pubertät, da gehört man auch nirgendwo mehr richtig dazu, ist kein Kind mehr aber eben auch nicht erwachsen. Vielleicht habe ich eine Midlife Crisis, bloß ohne jugendlichen Liebhaber und Porsche.

Man steht halt schon vor einer neuen Weggabelung. Die wichtigen Entscheidungen sind bereits getroffen. Kinder hat man bereits, soll es vielleicht noch eines sein, bevor es zu spät ist? Soll man sich künftig stärker an den Beruf orientieren oder vielleicht nochmal die (letzte) Chance nutzen, um etwas ganz anderes zu machen?

Irgendwie geht es für mich um nichts anderes als die Frage, wer ich in Zukunft sein möchte.

Ich finde viele Leute, die nur etwas älter sind als ich, total spießig – entweder es geht nur um Karriere oder nur um Kinder oder alles muss immer ganz gediegen und gemütlich sein. Treffen müssen Monate im voraus geplant werden, es muss immer etwas zu Essen geben oder nen guten Wein. Was ist mit den Zeiten passiert, als man mit diesen Leuten noch bei Dosenbier an nem See sitzen konnte?

Gleichzeitig finde ich auch die Leute schlimm, die mit Mitte 40 noch genauso sind wie mit 15 Jahren und irgendwie nicht checken, dass bestimmte Sachen halt nicht mehr so cool kommen und sie zu einer Lachnummer mutiert sind.

Versteht mich nicht falsch – jeder kann das so machen wie er will und wenn sich ein 40-jähriger mit Basecap genauso unwiderstehlich findet, wie seit 20 Jahren, so sei es ihm gegönnt. Aber ich finde sowas immer befremdlich, denn schließlich entwickelt man sich ja auch weiter und hat es vielleicht in diesem Alter nicht mehr nötig, mit 20 Leuten aus dem gleichen Sangriaeimer zu saufen.

Bei Frauen fällt mir oft so ein Ewiges-Mädchen-Syndrom auf. In einem Buch las ich mal, dass manche Frauen auf ewig Mädchen bleiben und andere eben irgendwann zur Frau werden. Ich finde, irgendwann ist dann auch die Zeit, auf etwas anderes als ewige Süßheit zu setzen und eine Persönlichkeit zu werden.

Eine Quintessenz? Gibt’s nicht. Ich wollte nur mal meine relativ ungeordneten Gedanken zum Thema nieder schreiben.

Der Wurm

Meine Kinder sind seit einigen Tagen irgendwie grässlich drauf. Sie stehen morgens auf und fangen gleich an zu streiten, teilweise wirklich wegen jedem Mist.

Heute morgen ging es darum, dass der Kleine eine Fliege fangen und freilassen wollte, während der Große der Meinung war, dass die Fliege selbst entscheiden kann, was sie machen will. Und da kreischen die sich dann wie die Furien an. Im nächsten Schritt kommen sie dann zu mir – der hat dass gesagt, der hat mich blöd angeguckt…

Besonders beliebt gerade auch – das große Kind malt die ganze Familie. Den Kleinen malt er – keine Ahnung ob absichtlich oder nicht – immer ganz klein. Ich glaube das spiegelt gerade einfach seine Weltsicht wider – er selbst ist so groß wie wir und der Kleine halt ganz winzig. Und dann flippt der Kleine immer aus und gestern hat er ihn dann im Zorn das ganze Bild verschmiert.

Der Große zickt gerade ständig rum, alles ist für ihn eine Zumutung. Jeden Tag dämliche Diskussionen darüber, dass er sich anziehen muss oder die Zähne putzen. Ich rufe ihn fünf mal zum Frühstück, beim sechsten mal etwas ungehalten und dann ist er tod beleidigt, weil man “ihn ja immer anmeckert”. Morgens regt er sich auf, dass er in den Kiga muss und mittags regt er sich auf, wenn ich ihn hole, weil er “nieee mit seinen Freunden spielen kann”. Kotz.

Mir reichts. Hoffentlich kriegen sie sich jetzt dann wieder ein, sonst ist meine Laune schon morgens um 7.00 Uhr im Keller. Und heute früh hat dann noch erst der Kleine seine Milch und 5 Minuten später der Große seinen Tee ausgeleert. Da kommt Freude auf.

Schöner Tag

Vorgestern erhielt ich plötzlich die Nachricht, dass ich geimpft werden kann. Wider erwarten habe ich es überlebt. Ich bin bei sowas immer voll der Schisser, ich habe keine Angst vor dem Piks oder dass es mich danach flach legt. Es ist immer mehr so ne irrationale Angst, dass ich dann einen Schock bekomme, weil ich das Zeug nicht vertrage.

Ein bisschen bang war mir aber auch, dass ich heute Nebenwirkungen habe. Ich hatte nämlich einen Ausflug in einen Freizeitpark für heute geplant. Die Kita hatte heute zu und ich wollte unbedingt außerhalb der Ferien dort hin. Aber zum Glück fühlte ich mich heute total fit und so stand dem Trip nix mehr im Wege.

Ich fuhr mit den Jungs gegen 9.00 Uhr los, bis 12.30 Uhr war ich allein mit ihnen, danach stieß mein Mann von der Arbeit aus zu uns. Es war soooo ein toller Tag. Im Park war nicht viel los, das Wetter war ideal (nicht zu warm, nicht zu kalt) und wir hatten echt so viel Spaß. So langsam kann man mit den Kindern auch die coolen Sachen fahren. Es war auch so entspannt, sie spielten dann auch ne Stunde auf einem Spielplatz und wir tranken gemütlich Kaffee.

Als wir letztes Jahr dort waren, mochte der Kleine irgendwann nicht mehr laufen, aber dieses Mal hat er sich nach acht Stunden Park beschwert, dass wir jetzt gehen. Er hat übrigens behauptet, er sei gar nicht müde, schlief dann allerdings noch auf dem Badteppich ein, während ich seinem Bruder die Zähne putzte

Wir haben heute auch so herrlich viel Schrott gegessen – Pommes, gebrannte Mandeln, Zuckerwatte… 😜😜 Aber sowas ist ja eine Ausnahme.

Falls ihr mal in der Ecke seid, kann ich den Skyline Park absolut empfehlen. Für ältere Jugendliche oder Erwachsene bietet er dann zwar nicht mehr so viel, aber ich denke so bis zwölf, dreizehn Jahre ist es dort mega toll und nicht so kommerzialisiert und überfüllt wie andere Parks.

Der Kindergeburtstag

Er ist zwar schon zwei Wochen her, aber besser spät als nie. Der Tag der Feier war total heiß, ich hatte schon Sorge, dass alle total groggy sein werden, aber Kinder sind ja irgendwie echt schmerzfrei bei sowas.

Nachdem alle Kinder da waren, starteten wir mit dem Auspacken der Geschenke. Ich finde es immer schön, wenn da alle dabei sind. Wenn die Mamas das Geschenk allein organisieren, wissen die Kinder oftmals selbst nicht, was sie dem Geburtstagskind schenken.

Anschließend gab es Mittagessen. Es gab Hot Dog, den die Kids wahlweise mit Würstchen, Gurken und Röstzwiebeln belegen konnten. Sie haben echt viel gegessen, hätte nicht mit solchen Mengen gerechnet. Fast jedes Kind aß eine 20 Zentimeter lange Semmel und zwei Würstchen.

Die anschließende Schatzsuche klappte ganz gut. Die Kinder mussten immer anhand von Bildern die nächste Station erraten und dort gab es dann den nächsten Hinweis. Kleine Highlights, wie zum Beispiel Gummibärchen und ein Eis bei der Oma kamen gut an. Am Ende haben wir den Exit-Hinweis jedoch zwei Stationen früher gelegt. Es war einfach saumäßig heiß und die Luft war langsam raus – aber so war es dann genau richtig. Die Schatztruhe enthielt dann neben ein paar Süßigkeiten eine Wasserspritze für jedes Kind. Das Wetter war dann auch präsentiert für eine Wasserschlacht.

Statt Kuchen gab es eine Melonentorte,außerdem habe ich kleine Keksbecher mit Heidelbeeren und Himbeeren gefüllt. Das kam super an und ein richtiger Kuchen wäre echt too much gewesen.

Danach war es eigentlich auch schon vorbei, die Kids wurden abgeholt und wir gingen noch entspannt zum Baden. Fand das Modell die Feier schon früher starten zu lassen, wirklich gut. So haben meine Jungs wenigstens nur 500x und nicht 1000x gefragt, wann es losgeht.

Soweit hat alles geklappt, die Kinder kannten sich alle bereits. Einzig unschön war ein Zwischenfall, wo eine der Mädels voll auf einen der Jungs losging.

Jetzt ist es erst mal wieder geschafft. Ich finde sowas ja immer total stressig. Manche Eltern fahren da auch echt alle Geschütze auf, aber ich weigere mich irgendwie, da NOCH mehr Aufwand reinzustecken.

Balance

Jetzt ist sie beinahe wieder da, die langersehnte Normalität. Oder die neue Normalität. Und ja, es tut schon gut mal wieder Freunde zu treffen und erst gestern Abend hatte ich einen wirklich lustigen Mädelsabend. Mit etwas zu viel Alkohol, aber mein Mann meinte, ich soll die örtliche Gastronomie unterstützen. Sowas lasse ich mir nicht zweimal sagen

Gleichzeitig wird es mir auch irgendwie zu viel. Es geht ja alles wieder los. Fußball bei den Jungs, auch Treffen mit ihren Freunden am Nachmittag. Einladungen bei den Schwiegereltern. Ein paar Highlights, die man seit Monaten verschoben hatte, wie zum Beispiel Zoobesuche… Gefühlt fragt mich jeden Tag jemand anders, ob wir uns treffen können und ich jongliere schon mit den Terminen, um alles unterzubringen. Und dann trudeln noch alle möglichen Einladungen für die Kinder für Nachfeiergeburtstage ein. Ich freu mich auch darüber, aber ich komm gerade auch echt nicht mehr so richtig darauf klar und weiß gar nicht mehr, wo ich anfangen soll. Ich hab mir daher vorgenommen, dass ich das ab übernächste Woche wieder runter fahre. Nächste Woche hat noch mein Kleiner Geburtstag und da kommt dann natürlich die Familie und am Wochenende ist sein Kindergeburtstag – da wird es also auch nicht gerade ruhig. Aber danach muss ich das besser dosieren, diese Woche ist so voll gepackt. Und es wird jetzt auch nicht möglich sein, jedes einzelne dieser ausgefallenen Treffen nachzuholen.

Einige Schritte weiter

Soeben habe ich meinen Abschlusstest absolviert, so richtig im Drive-In-Center. Nach zwei Wochen zu Hause ist so eine Autofahrt schon fast ein kleines Abenteuer. Der Test war nun glücklicherweise ebenfalls negativ, nichtsdestotrotz muss ich die Quarantäne noch bis Mitternacht absitzen. Und da dann ja schon die Ausgangssperre greift, werde ich wohl bis morgen Vormittag drin hocken.

Mein Mann war schon mal drei Tage in Quarantäne, die hatte sich dann als Fehlalarm herausgestellt. Ich hab damals irgendwie nicht recht verstanden warum er die Quarantäne so schlimm fand. Aber es ist wirklich ein ganz komisches Gefühl. Klar, zur Zeit macht man eh nicht viel, aber es ist wirklich ein Gefühl des Eingesperrtseins und es nervt, dass man nicht mal schnell zum Bäcker gehen kann oder einfach ne Runde Rad fahren. Gestern auch noch ein Highlight – mein Mann machte mit dem Großen eine Radtour, ich war mit dem Kleinen zu Hause. Ich lief dann in den Garten um Kräuter zu holen, der Kleine folgte mir und schloss die Tür. Er behauptet hartnäckig, dass es der Wind war. 😀 Da standen wir nun (leicht bekleidet) – ich konnte nicht zur Schwiegermutter laufen, um den Ersatzschlüssel zu holen und das Kind wollte ich auch nicht lossenden. Er ist noch nie alleine irgendwohin gegangen und ich hab da noch kein Vertrauen in ihn. Wir warteten eine Dreiviertelstunde.

Auch dem Geruch in der Küche sind wir höchstwahrscheinlich auf die Spur gekommen. Vermutlich kommt es vom Dunstauslauf des Kühlschranks. Der Kühlschrank selbst riecht gar nicht, aber das Dunstwasser läuft dann in so ein Becken und da scheint irgendwas reingekommen zu sein. Ich hab mal Essig rein, aber es scheint nicht viel zu helfen. Wir müssen den Kühlschrank wahrscheinlich ausbauen und hoffen, dass es das dann wirklich ist. Leider bin ich zu schwach dafür und mein Mann braucht einen starken Helfer. Aber – und hier schließt sich der Kreis – aufgrund meiner Quarantäne darf ja aktuell niemand kommen.

Der Malwettbewerb

Bei unsrem örtlichen Tante-Emma-Laden fand ein Malwettbewerb statt. Die Kinder sollten eine Blaumeise malen und konnten verschiedene Bücher und als Hauptpreis einen Erlebnistag gewinnen.

Mein Mann brachte die Teilnahmeformulare mit und die Kids legten los. Malen ist das absolute Steckenpferd von meinem Großen.

Er malt für sein Alter generell sehr hübsch und hat auch einen Blick dafür. Er malt zum Beispiel geniale Bilder von Tieren in Bewegung. Es ist, glaube ich, nicht nur mütterlicher Stolz, ich wurde auch schon mehrfach darauf angesprochen. Ich finde das umso beeindruckender, weil ich selbst überhaupt nicht malen kann. Bilder von mir sind immer noch so mit blauem Streifen als Himmel, Sonne oben links etc. etc.

Kinder im Kindergarten sagen von ihm, dass er der beste Kindermaler ist. Malen ist für ihn teilweise wie ein Tagebuch, er malt seine Erlebnisse, seine nächtlichen Träume oder irgendwas Interessantes, was er zum Beispiel im Fernsehen gesehen hat. Im Kindergarten hat er im Alleingang eine Roboter Ausstellung auf die Beine gestellt und die anderen Kinder motiviert, ebenfalls etwas beizutragen. Die Ausstellung wurde dann im Foyer des Kindergartens präsentiert und er war stolz wie Bolle. Ne Zeit lang habe ich mir sogar Sorgen gemacht, weil er über Monate hinweg quasi nur gemalt hat.

Okay, zurück zum Malwettbewerb. Der Große malte also ein hübsches Bild, der Kleine rotzte etwas hin, denn er malt überhaupt nicht gerne und damit das ganze überhaupt noch Ähnlichkeit mit einem Vogel hatte, ergänzte mein Großer für ihn noch gewisse Vogelmerkmale wie Schnabel…

Gestern fand sich dann ein Brief in unserem Briefkasten, er war an den Kleinen adressiert. Darin stand, dass er den dritten Preis gewonnen hat und die nächsten Tage vorbei kommen und sich seinen Preis, ein Buch, abholen kann.

Die Preise wurden verlost, aber der Kleine war trotzdem so stolz als hätte er den Nobelpreis gewonnen.

Und der Große ist vollkommen zusammen gebrochen und heulte eine Stunde lang. Er fand es unfair, ich musste ihm versprechen, dass ich es niemals der Oma erzähle und dem Opa schon gar nicht. Ich erinnere ihn daran, dass er schließlich schon mal den Malwettbewerb bei unserem Bäcker gewonnen hat – Preis war ein Frühstück für die ganze Familie. Dann brach er erst recht zusammen, sein Preis sei jetzt schließlich weg, während der Kleine sein Buch für immer behalten und allen zeigen könne. Ich konnte ihn schließlich nur motivieren, indem ich nach einem anderen Wettbewerb schaute und er sich dann gleich ans Werk machte. Das obige Bild ist dabei entstanden.

Der Kleine bekam das mit, rotzte wieder ein Bild hin und sagte dann: Also wenn ich da wieder mitmache, wirst du sowieso nicht gewinnen.

Kinder sind echt herrlich.

Ideen

Irgendwas in der Küche riecht komisch. Ich hab schon alles mögliche geprüft. Abfluss ist es nicht, Kühlschrank ist es nicht, Müll auch nicht. Ich hab in alle Schubladen reingeschnüffelt, Schränke teilweise ausgeräumt (einmal war eine Kartoffel aus der Tüte rausgerollt und gammelte dann vor sich hin), ich hab geprüft, ob eine Schnecke aus der Zucht meiner Jungs (fragt nicht) entkommen ist und jetzt vor sich hingammelt – alles gut. Ich hab an allen Blumentöpfen gerochen… Der Gestank kommt echt aus der Luft, aber ich kann ihn nirgendwo lokalisieren. Manchmal rieche ich auch gar nix. Ich werde bald wahnsinnig. Ich hab sogar auf dem Boden rumgeschnüffelt. Irgendwelche Tipps?

Das erinnert mich an eine Geschichte von früher. Wir waren früher immer mit der ganzen Großfamilie in einer Hütte in Österreich. Wir Kinder spielten Karten. Später wurde unter unserer Sitzbank eine ziemlich tote Maus gefunden. Wir hatten nix gerochen, aber meine Tante, die während des Spiels mal ins Zimmer kam, hatte sich schon vorgemerkt, dass wir Kinder dringend am Abend in die Dusche müssen. 😀

Tag 3

Mein Hals tut weh. Und heute Mittag hatte ich dann ähm…Verdauungsbeschwerden. Kurz danach rief mich eine Dame vom Gesundheitsamt an und fragte mich, wie es so geht. Ich erzählte ihr das und sie meinte, dass sei typisch für Corona. Vor allem das mit der Verdauung. Ich soll unbedingt nochmal testen.

Maaaan. Das gute am Telefonat war, dass sie notiert hat, dass ich bereits seit Mittwoch Kopfschmerzen habe. Falls ich doch noch einen positiven Test bekomme, dann zählt auch der Mittwoch als Stichtag für die Quarantäne. Immerhin etwas.

Ansonsten war es heute entspannt, ich musste nicht arbeiten und konnte mich so gemächlich den Kindern und dem Haushalt widmen. Mittags hab ich ne Stunde lang gearbeitet, mir war gerade langweilig und damit konnte ich reinholen, dass es am Mittwoch wirklich unrund lief.

Btw – wenn ich Querdenker wäre und Corona grundsätzlich für harmlos – was würde mich denn jetzt noch an einer Coronaparty hindern, wenn ich danach wieder alles machen darf?

Tag 2

Der Test war zum Glück negativ, allerdings fühle ich mich heute echt nicht gut. Schon direkt nach dem Aufwachen hatte ich Kopfschmerzen, sonst allerdings nix. Montag soll ich den Test wiederholen.

Meine Mama war gerade für mich einkaufen, es hatte schon was, die volle Kiste hochzutragen, insbesondere weil sie ein paar Leckereien mit rein gelegt hat.

Homeoffice und Kinderbetreung lief heute echt gut, ich glaube gestern war ich einfach zu sehr durch den Wind, aber heute wusste ich schon, was mich erwartet. Die Kinder haben gespielt, zwischendurch habe ich ihnen ein paar Aufgaben aus dem Vorschulheft gegeben, wir haben zusammen gegessen und jetzt sind sie im Garten und ich hänge matschig auf dem Sofa rum. Doch Corona?

Homeoffice wäre allerdings nix für mich. Klar ist es praktisch, wenn man das mal machen kann und man bei einem Handwerkertermin oder so nicht frei nehmen muss. Aber ich hab zu Hause einfach so keine Lust auf die Arbeit. Im Büro ist das anders, da denke ich gar nicht drüber nach und irgendwie vergeht die Zeit auch viel schneller. Außerdem ist mein Arbeitsplatz natürlich – trotz Büro und zweitem Bildschirm – nicht annähernd so komfortabel wie der im Büro. Mein Mann hat so nen doofen Gesundheitshocker und ich war zu blöd, den für mich passend einzustellen. So kam ich mit den Beinen nicht an den Boden und jetzt tun mir die Oberschenkel weh.

Heute regnet es, da macht es mir gar nix aus eingesperrt zu sein.