Erstaunlich

Es ist schon erstaunlich, da hat man zwei Kinder gleichen Geschlechts, die nur 17 Monate auseinander sind und von denen man sagen kann, dass sie ja gleich “erzogen“ werden und doch sind sie so unterschiedlich und haben völlig unterschiedliche Interessen.

Der Mini ist schon sehr anhänglich, braucht einen auch irgendwie und generell ist sehr viel Drama in seinem Leben. Er kommt da wohl nach mir.

Der Zwerg hingegen ist mehr so der Hau-Drauf. Er lässt sich nicht gerne was sagen und macht mehr so sein Ding. Zumindest oberflächlich, denn er reagiert auch sehr sensibel auf äußerliche Umstände. So zum Beispiel letzte Woche, als er mir nicht gut ging. Während der Mini das eher mit jammern quittiert hat, war der Zwerg extra aufgedreht und wollte immer, dass alles wieder normal ist. Er war schon lieb, brachte mir Kühlakkus und streichelte mich, aber es war einfach spürbar, dass er nicht damit klar kam. Er lebt das dann halt völlig anders aus als der Mini.

Auch beim Kuscheln sind sie ganz unterschiedlich – der Mini kuschelt wirklich viel, der Zwerg wirklich nur ab und zu, wenn ihm halt danach ist.

Wenn es dem Mini schlecht geht (krank), dann jammert er ständig und hängt an mir, der Zwerg wird eher sauer. So schrie er zum Beispiel gestern nach einem Hustenanfall: Dieser blöde Husten soll endlich weggehen.

Der Mini interessiert sich eher für geistige Dinge, er liebt Bücher, kennt sich super mit Tieren und Pflanzen aus, spielt andauernd Rollenspiele und der Zwerg ist eher der Praktiker – gibt es etwas herumzuschrauben, legt er dabei großes Geschick und eine unendliche Geduld an den Tag. Er hilft auch immer im Garten mit und wenn er gießen, graben oder säen darf, ist er ewig beschäftigt.

Der Zwerg ist richtig stur und wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, weicht er nicht davon ab. Der Mini ist da eher für Argumente zugänglich.

Tja, als Mutter liebe ich natürlich beide und bestärke sie in ihren jeweiligen Interessen, versuche aber auch, auf ihren jeweiligen Charakter etwas ausgleichend zu wirken. So sorge ich zum Beispiel beim verkopften Mini dafür, dass er durch körperliche Betätigung an Selbstvertrauen gewinnt und eine Möglichkeit hat, Entspannung zu finden. Beim Zwerg hingegen biete ich oft gezielt etwas Ruhiges an, damit er sich etwas zurück nimmt und Ruhe und Besonnenheit lernt.

Im Umgang mit ihren habe ich bei beiden Themen, die mich stressen. Wenn der Mini sich in was reinsteigert, hab ich schon manchmal das Gefühl, dass ich es jetzt echt nicht mehr hören kann und wenn der Zwerg mal wieder mit dem Kopf durch die Wand will, brauche ich auch vieel Geduld.

Aber alles in allem bin ich zufrieden – sie sind beide empathisch, gehen offen auf andere Menschen zu, sie sind an vielem interessiert und man kann sie überall mit hin nehmen, weil sie eben wissen, wie man sich im Restaurant oder beim Einkaufen etc. benimmt.

2 thoughts on “Erstaunlich

  1. Wäre es nicht langweilig, wenn beide nicht so unterschiedlich wären? 😉 Lustig nur, dass du am Anfang schreibst, dass sie ja “gleich erzogen” werden und im weiteren dann, wie du bei der Erziehung doch auf ihre Unterschiede eingehst. Kein Kind wird gleich erzogen, auch wenn man sich manchmal einbildet sie hätten die gleiche Grundlage auf der sich ihre Persönlichkeit entwickeln darf. Ich sehe das immer wieder bei meiner Schwester und ihren zwei Kindern, allein die Aufmerksamkeit und Förderung die das erste Kind anfangs bekommt, ist im Vergleich zu den ersten Monaten und Jahres des zweiten Kindes doch wirklich sehr unterschiedlich – Was aber nicht heißt, dass es dem einen schlechter ergeht als dem anderen 🙂

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  2. Ja, da hast du natürlich Recht. Die Vorraussetzungen sind schon unterschiedlich. Das zweite Kind lässt man auch mehr “machen“, weil man eben auch schon mehr Gelassenheit hat und weiß, dass bestimmte Dinge schon kommen, wenn es denn soweit ist. Aber ich war zum Beispiel immer so froh, dass der Mini Bücher liebt und dachte, dass das mein Verdienst ist, weil ich eben oft mit ihm Bücher gucke und er natürlich auch eine gewisse Auswahl hat. Das würde ich beim Zwerg auch machen, aber er will das einfach nicht so sehr. Klar, schon mal, aber nicht so oft und dann will er immer das Buch halten und bleibt dann immer ewig auf einer Seite, wo dann halt gerade Feuerwehr oder Polizei drauf sind.
    Ebenso verhält es sich mit Ängstlichkeit – ich behaupte von mir, dass ich keine ängstliche Mutter bin und sie schon machen lasse (sie sind auch altersgemäß wirklich super im Klettern, mit Laufrad/ Fahrrad) – trotzdem ist der Mini sehr vorsichtig/ ängstlich und dem Zwerg ist das halt egal, ob er mal hinfällt.

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